Kunsttherapie
Mein Zugang zu Kunsttherapie
Meine ersten Berührungen mit Kunsttherapie liegen schon lange zurück. In den Kinderseidenmalkursen, die ich an der VHS Floridsdorf abhielt, bemerkte ich recht bald, dass manche Kinder mit dem Medium malen anders als die übrigen Anwesenden umgingen. Ich spürte, dass dahinter anscheinend psychische und/oder soziale Probleme stehen könnten. Auf der Suche nach einer dementsprechenden Therapieform stieß ich 1995 auf eine Vortragsserie über Kunsttherapie mit Kindern und Erwachsenen am Polycollege in Wien 5, die ich dann besuchte. Aus dem Interesse einzelner Zuhörerinnen entstand eine kunsttherapeutische Gruppe, deren Mitglied ich über 5 Jahre war.
In dieser Zeit entwickelte ich mich persönlich und als Künstlerin Schritt für Schritt weiter. Seitdem wuchs der Wunsch in mir immer stärker, selbst die Kunsttherapie als Beruf (-ung) auszuüben. Im Herbst 2006 nahm ich am Einführungsseminar der Wiener Schule für Kunsttherapie teil und fühlte mich sofort "heimisch". Seit Jänner 2007 bin ich mit Begeisterung in der 13. Ausbildungsgruppe für phronetische® Kunsttherapie. Seit Jänner 2009 arbeite ich als klinische und phronetische® Kunsttherapeutin in Ausbildung unter Supervision.
Was ist Kunsttherapie?
Die Kunsttherapie arbeitet mit Mitteln der Bildenden Kunst wie Malen, Gestalten mit Ton oder auch anderen Materialien. Der wesentliche Unterschied zu anderen Therapieformen ist die sog. Triade - die Beziehung zwischen KlientIn - TherapeutIn - und dem Werk des/r KlientIn (das künstlerische Medium). Durch das Gestalten entsteht ein Dialog zwischen TherapeutIn und KlientIn über das Werk. Dabei geht es nicht um Interpretation, sondern vielmehr das Erkunden einer künstlerisch gestalteten inneren Landschaft der Seele, die in Form von Bildern und Gestaltungen Ausdruck findet. Die kreativen Prozesse des Unbewussten fördern dadurch die seelische Gesundung.
Kunsttherapie arbeitet vorwiegend nonverbal und prozessorientiert und fördert durch den Einsatz künstlerischer Methoden den Ausdruck eigener Kreativität, die Entfaltung der Persönlichkeit und stärkt dabei die eigenen Selbstheilungskräfte.
Was ist phronetische® Kunsttherapie?
Phronetik® ist der geschützte Name für eine therapeutische Methodik und Theorie, die in den 80er Jahren von Irmgard Maria Starke entwickelt wurde. Grundlage dieser Bezeichnung ist der philosophische Begriff der phronesis, der die Fähigkeit des menschlichen Geistes bezeichnet, universelle Zusammenhänge in der Welt und ihre Bedeutung zu erkennen und danach zu handeln. Insbesondere auch im Hinblick auf die eigene momentane Lebenssituation.
Die phronesis (=Vernunft) ist das oberste Erkenntnisvermögen, das die Beschränkungen des Verstandes erkennt und diesem Grenzen setzt, um die Fülle der Lebensmöglichkeiten zum eigenen Wohle und zum Wohle aller auszuschöpfen und zu ermöglichen.
Einsichtnahme - Erkenntnis - phronesis ist eine darüber weit hinaus gehende Klugheit. Sie ist eine zur inneren Haltung gewordene Fähigkeit, die im Handeln Wertvolles und Wahrhaftes zu realisieren vermag. Phronesis ermöglicht es, situativ das Richtige zu erkennen und danch zu handeln. Deshalb geht es nicht alleine darum, dass der Therapeut/die Therapeutin das Richtige tut - (das wäre das rein praktisches Können) sondern die Art und Weise "wie er/sie es tut".
Wozu Kunsttherapie?
Kunsttherapie ist eine Möglichkeit seine Persönlichkeit zu entfalten und weiter zu entwickeln. Sie unterstützt die Person wieder heil zu sein im Sinne von "Ganz sein". Sie bietet Hilfe und Unterstützung bei ängsten, Zwängen, psychosomatischen Beschwerden, emotionalen Problemen in Krisensituationen wie Trennung, Scheidung oder der Tod eines wichtigen Menschen, bei Essstörungen, Kontakt- und Beziehungsschwierigkeiten, Schlafstörungen, usw.
Im Gestaltungsprozess werden innere Bilder, Gefühle, Vorstellungen und Erfahrungen, die nicht verbal vermittelbar sind und somit noch keine Sprache haben, spontan und direkt mit Farben, Ton, Bewegung oder Klang zum Ausdruck gebracht. Innere Bilder und Gefühle finden so ihren sichtbaren Ausdruck. Durch dieses kreative Gestalten kann mehr Lebenslust und Lebendigkeit entstehen, Ressourcen werden aktiviert und eine ganzheitliche Förderung der Gesundheit und der Persönlichkeit bewirkt.
Das Setting
Kunsttherapie kann als Einzel- oder Gruppentherapie und als Einzeltherapie in Gruppen stattfinden. Viele KunsttherapeutInnen arbeiten bereits im Spitalbereich (Kinder, Psychiatrie,...).
Im Vordergrund steht das Gestalten, bei der phronetischen® Kunsttherapie wird primäre Prozessarbeit (PPA), strukturale Prozessarbeit oder auch phronetische biografische Skriptarbeit angewendet. Ziel in der phronetischen® Kunsttherapie ist es ganz zu werden und nicht körperliche Symptome verschwinden zu lassen.
Bei der Besprechung des Werkes sprechen wir nicht über etwas sondern von etwas, also welche Gefühle der Klient/die Klientin dabei hatte, wie es war das Bild zu gestalten, etc.
Beim Arbeiten in der Gruppe treten verschiedene Wirkungen in den Vordergrund wie die individuelle Selbsterfahrung am Werk, die Wirkung der sozialen Interaktion in der Gruppe oder die sinnliche Auseinandersetzung mit dem spezifischen Medium.
Wer kommt in die Kunsttherapeutischen Sitzungen?
Prinzipiell ist Kunsttherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geeignet. Dafür ist keine künstlerische oder bildnerische Ausbildung notwenig und es ist auch nicht notwendig malen oder z.B. mit Ton schon jemals gestaltet zu haben. Es geht nicht darum, etwas "schön" zu machen. Vielmehr geht es darum für den inneren Zustand einen äußeren Ausdruck zu finden.
Deshalb ist sie auch in besonderer Weise für Kinder geeignet, die sich über zeichnerische und bildnerische Elemente viel besser ausdrücken können als über Worte.
Wo finden die Therapiesitzungen statt?
Im Atelier für Lebensfreude und Kreativität
Schellhammergasse 3
1170 Wien
und
Dr. Josef Piringer Gasse 5
2201 Gerasdorf bei Wien
Termine und Preis auf Anfrage










